Verhütung

Eine Frau ist zwischen zwei Blutungen nur an 6 -7 Tagen fruchtbar. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit, genau diese Zeit zu erwischen gar nicht so gering. Wenn man sich also sicher ist, dass man kein Baby will, dann heißt es immer sicher verhüten.

Welches Verhütungsmittel ?

Das passende Verhütungsmittel zu finden, ist wahrlich nicht einfach. Um die Wahl etwas zu erleichtern, stellen wir hier verschiedene Verhütungsmittel vor. 


Verhütung ohne Hormone 

IUB – DER INTRA UTERINE BALL

Das neueste Produkt auf dem Gebiet nicht hormoneller Langzeitverhütung mittels Kupferionen ist derIUB Kupferperlen-Ball.

Es handelt sich beim IUB um ein High-Tech-Verhütungsmittel. Der biegsame Trägerfaden* mit dem sogenannten „Formgedächtnis“ kann Besonderes: keine spitzen Enden, keine scharfen Kanten, die Gebärmutter irritieren könnten. Kaum ist der Trägerfaden mitsamt den Kupferperlen durch den dünnen Inserter in die Gebärmutter gerutscht, ‚erinnert’ sich der Kupferperlen-Ball an seine dreidimensionale Vergangenheit und nimmt wieder seine rundliche Form an. Was dann aussieht wie ein elastisches Bällchen bleibt gut in der Gebärmutter liegen. So ist auch das Risiko geringer, dass der IUB von der Gebärmutter ausgestoßen wird.

Die verhütende Wirkung beruht wie bei der herkömmlichen Kupferspirale auf der seit über vier Jahrzehnten bewährten Verwendung von Kupfer in der Gebärmutter. Das Kupfer ist in Form von knapp zwei Millimeter durchmessenden Perlen auf einem dünnen Draht aufgefädelt. Die Menge des Kupfers entspricht etwa der bei einer herkömmlichen Spirale.

Vorteile: 

Wegen des dünnen Insertionsröhrchens ist das Einsetzen schmerzarm. Die geschmeidige – runde Form des Kupferperlen-Balls bewirkt eine sehr gute Verträglichkeit. Durch diese Eigenschaften besteht die Gefahr einer Gebärmutterperforation so gut wie überhaupt nicht.

Die Materialien sind in der Medizin seit vielen Jahren bekannt und bewährt.

Der IUB bietet einen sehr sicheren Schutz vor unerwünschter Schwangerschaft.

Beim IUB finden in der Medizin seit vielen Jahren bekannte und bewährte Materialien Verwendung.

* das Material findet zum Bespiel bei modernen Stents Verwendung (das sind Drahtgitterröhrchen zum Offenhalten verengter Herzkranzgefäße), aber auch in anderen Gebieten der Medizin

 

·     IUB bietet effektiven Verhütungsschutz bis zu 5 Jahre.

·     IUB bietet eine hohe Verhütungssicherheit.

·     IUB wirkt ohne Hormone.

·     IUB wird  besonders gut vertragen.

·     IUB bewahrt vor Anwendungsfehlern in der Verhütung.

·     IUB  ist auch für junge Frauen zur Verhütung geeignet

Micropille

Die Micropille ist eine Pille mit sehr niedriger Dosierung. Sie enthält zwei synthetisch hergestellte Hormone, die auch im weiblichen Körper vorkommen. (Östrogen und Gestagen).
Heutzutage sind fast alle Pillen neidrigdosiert.



Die Pille ist nicht für jede Frau die richtige Verhütung. Medizinische Gründe, die gegen eine Pilleneinnahme sprechen (z.B Gerinnungsstörung), müssen vor der ersten Einnahme ausgeschlossen werden.

Falls andere Medikamente eingenommen werden,muss die Beeinflussung der Pille abgeklärt sein.

Durch die Pille kann es zu Nebenwirkungen kommen. Leichte Kopfschmerzen, geringe Gewichtszunahme (höchstens 3 kg), Zwischenblutungen in den ersten Monaten der Einnahme, immer kürzer werdende Blutung, Verminderung der Lust,…

Im Normalfall vertragen Frauen die Pille aber sehr gut.

Minipille

Die Minipille wird vor allem starken Raucherinnen, Frauen ab 35, stillenden Frauen und bei Endometriose verschrieben.Enthält kein Östrogen sondern nur ein Hormon "Progesteron".

Hormonspirale (Mirena)

Wird während der ersten drei Tage der Regelblutung in die Gebärmutter eingesetzt und kann bis zu fünf Jahre im Körper der Frau bleiben.

  • Enthält nur ein Hormon"Progesteron"
  • Verschließt den Gebärmuttermund mit einem Schleimpfropfen und vermindert den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut – verhindert nicht den Eisprung!

Vorteile

  • Langezeitverhütung ca. 5 Jahre.
  • Hohe Sicherheit
  • Nach Entfernen der Hormonspirale kann die Frau sofort wieder schwanger werden
  • Kann auch von Raucherinnen und Frauen mit erhöhtem Thromboserisiko verwendet werden.

Nachteile

  • Zyklusunregelmäßigkeiten – es kann zu Schmierblutungen Ausbleiben der Blutung oder zu einer verminderten Blutung kommen.
  • Die Art der Blutungsveränderung ist nicht vorhersehbar.

Verhütung ohne Hormone

Sehr viele Frauen wünschen sich eine Verhütung ohne Hormone. Die berechtigte Angst davor, dass die Einnahme der Hormone die eigene Gesundheit beeinträchtigen kann, die Folgen (Steigerung des Herzinfarkt-, Schlaganfall- und Krebs-Risikos) sich aber erst in späteren Jahren zeigen könnten, ist groß. Gesichert ist, daß durch die Pilleneinnahme die Anzahl der Thrombosen, wenn auch geringfügig, erhöht ist.

Eine hormonfreie Verhütung bietet die alte Kupferspirale.

Vor allem für Frauen, die eine erhöhte Thromboseneigung haben, aber auch für Frauen nach einer Brustkrebserkrankung bietet die Kupferspirale eine ideale Verhütungsmethode.

Für Frauen mit angeborenen Fehlbildungen der Gebärmutter ist die Kupferspirale nicht geeignet. Daher sollte vor jeder Einlage eine sorgfältige Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden.

Dreimonatsspritze

Die Dreimonatsspritze enthält ein Hormon (Gestagen).Die Spritze wird intramuskulär in Hüfte oder Oberarm appliziert. Die erste Spritze wird während der ersten 5 Tage nach Einsetzen der Menstruation verabreicht, jede weitere in einem Abstand von genau 90 Tagen (nach einer Entbindung ohne Stillen: 5 Tage nach der Geburt, nach einer Entbindung bei vollem Stillen: 6 Wochen nach der Geburt). Sie verhindert den Eisprung, den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und verschließt den - Muttermund mit einem Schleimpfropfen.


Vorteile

  • Keine tägliche Einnahme
  • Enthält kein Östrogen
  • Auch für Frauen mit Thromboseneigung und Raucherinnen geeignet

Nachteile

  • Schwer Zyklusstörungen, die bis zu 12 Monate nach Absetzen der Spritze dauern.
  • Manche Frauen neigen durch die Spritze vermehrt zu Depressionen
  • Gewichtszunahme
  • Rascher Knochenabbau

Das Verhütungspflaster

Das Verhütungspflaster ist ein dünnes, weiches Pflaster, das gleichmäßig niedrige Mengen von Hormonen über die Haut direkt in den Körper abgibt. Durch die Hormone des Pflasters wird genauso wie bei der Pille der Eisprung verhindert, der Muttermund mit einem Schleimpfropfen verschlossen und der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut vermindert.


Vorteile und Nachteile

  • Nebenwirkungen sind die gleichen wie bei der Pille! Das Pflaster ist daher nicht geeignet für starke Raucherinnen und Frauen, die thrombosegefährdet sind.
  • Durch das Pflaster kann es zu einer Gewichtszunahme kommen.
  • Durch die Aufnahme der Hormone über die Haut beeinträchtigen Durchfall und Erbrechen nicht den Empfängnisschutz.
  • Nach relativ kurzer Zeit macht sich ein weniger schöner „Pflasterrand“ auf der Haut bemerkbar
  • Viele Frauen sind unsicher, wenn sich ein Stück vom Pflaster löst
  • Es ist sichtbar
  • Bei stark übergewichtigen Frauen wirkt das Pflaster möglicherweise nicht.
  • Das Verhütungspflaster gibt es nur in einer Dosierung – es kann also nicht auf ein anderes Pflasterpräparat gewechselt werden, wenn es nicht optimal vertragen wird – so wie es bei der Pille möglich ist
  • Das Pflaster gehört zu den eher teureren Verhütungsmitteln (auch im Vergleich zur Pille)
  • Schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Implantat

  • Ist ein kleines Plastikstäbchen in der Größe eines Streichholzes.
  • Muss mit lokaler Betäubung am Oberarm der Frau eingesetzt werden.
  • Das Stäbchen gibt kontinuierlich ein Hormon in den Körper ab.
  • Es verhindert den Eisprung, verschließt den Muttermund und vermindert den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut.
  • Es verbleibt für drei Jahre im Körper der Frau

Nachteile

  • Bei vielen Frauen kommt es zu starken Blutungsunregelmäßigkeiten (keine Blutung, wenig Blutung, Schmierblutung) – das ist übrigens auch der häufigste Grund warum das Implantat vor Ende der drei Jahre wieder herausgenommen werden muss
  • Manche Frauen neigen vermehrt zu Depressionen
  • Gewichtszunahme
  • Es kann zu Hautunreinheiten kommen

Sterilisation bzw. Unterbindung

Erfolgsrate: in 99% der Fälle ist der Eingriff erfolgreich – die Versagerquote liegt unter 1 %.
Durch die Sterilisation wird eine Frau oder ein Mann durch einen operativen Eingriff unfruchtbar gemacht. Bei Frauen werden die Eileiter und bei Männern die Samenleiter unterbunden (bei Männern nennt man die Sterilisation auch Vasektomie).

  • Eine Sterilisation kann im Normalfall nicht rückgängig gemacht werden. Selten klappt es dennoch, aber: Je länger die Sterilisation zurück liegt, desto unwahrscheinlicher ist der Erfolg einer „Rückoperation“.
  • Die Sterilisation ist in Österreich erst ab 25 Jahren erlaubt
  • Die Sterilisation der Frau wird unter Vollnarkose durchgeführt
  • Beim Mann ist eine lokale Betäubung für den Eingriff ausreichend