Was bedeutet die Sterilisation?

Die Sterilisation ist eine operative Methode der interner LinkEmpfängnisverhütung, die eine dauerhafte Unfruchtbarkeit zur Folge hat.

Die Durchtrennung der Eileiter hat zur Folge, dass Samen- und Eizelle nicht mehr aufeinander treffen können, wodurch keine Befruchtung und damit auch keine Schwangerschaft mehr möglich ist.

Wann wird eine Sterilisation durchgeführt?

Die weibliche Sterilisation ist eines der zuverlässigsten Verfahren zur Empfängnisverhütung. Sie kann im Allgemeinen nicht mehr rückgängig gemacht werden. Daher wird vor der Durchführung des Eingriffs genau geprüft, ob bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Dabei ist wichtig zu bedenken, dass sich die Familienverhältnisse ändern können, z. B. durch Scheidung oder den Tod eines Familienangehörigen. Auch das Alter und die Anzahl bereits geborener Kinder fließen in die Entscheidung ein.

Bei kinderlosen Frauen unter 30 Jahren wird die Sterilisation im Allgemeinen nicht durchgeführt. Etwas anderes ist es, wenn medizinische Gründe für eine Sterilisation vorliegen, z. B. Erkrankungen, bei denen eine Schwangerschaft oder die Geburt zu schweren gesundheitlichen Schäden bei der Frau führen können. In diesem Fall werden die Kosten in Österreich von den Kassen übernommen.

Wie wird die Sterilisation bei der Frau durchgeführt?

Die Sterilisation der Frau ist ein operativer Eingriff. Er wird heute  Bauchspiegelung durchgeführt. Dazu ist eine kurze Vollnarkose erforderlich. Für die Bauchspiegelung wird ein ca. ein Zentimeter langer Schnitt am Bauchnabel gemacht, über den der Operateur mit einer Kamera in die Bauchhöhle hineinschauen kann. Im Bereich der Schamhaare sind ein bis zwei weitere kleinere Schnitte erforderlich, durch die Operationsinstrumente in den Bauch eingeführt werden.

Mit diesen Instrumenten werden die Eileiter mit Strom verschweißt, dann mit einer Schere durchtrennt, so dass keine Eizelle mehr durch den Eileiter in die Gebärmutter gelangen kann. Der Eingriff wird im Rahmen der Tagesklinik durchgeführt. Das heißt Patientinnen werden in der Früh stationär aufgenommen und am Nachmittag entlassen.

Die Sterilisation der Frau wirkt sofort. Das bedeutet, dass unmittelbar nach dem Eingriff keine Schwangerschaft mehr eintreten kann.
Es ist möglich, sich im Rahmen einer Geburt sterilisieren zu lassen. Wer dies wünscht, kann darüber vor der Entbindung mit dem Arzt sprechen und sich ausführlich informieren lassen. Die Sterilisation kann entweder am dritten Tag nach der Geburt während des stationären Wochenbettaufenthaltes per Bauchspiegelung oder im Zuge eines erforderlichen Kaiserschnittes durchgeführt werden. In beiden Fällen ändert sich die Dauer des stationären Aufenthaltes nicht wesentlich.

Wie sicher ist eine Sterilisation?

Die Sterilisation ist eine sehr sichere Methode der Verhütung. Weltweite Daten über ihre Sicherheit gehen jedoch weit auseinander. So spricht man in Deutschland von einer einzigen ungewollten Schwangerschaft pro 1.000 Sterilisationen.

Zu ungewollten Schwangerschaften nach einer Sterilisation kann es kommen, wenn die Sterilisation falsch durchgeführt wurde. Auch wenn fachgerecht operiert wird, können sich die durchtrennten Eileiter in seltenen Fällen ganz oder teilweise wieder verbinden, wobei der genaue Mechanismus nicht bekannt ist. Es wird auch berichtet, dass sich in dem umliegenden Gewebe des Eileiters neue Wege bilden können, die Gebärmutter und Eierstock miteinander verbinden. Beides geschieht nach einem Verschluss mit einem Clip häufiger als nach der Durchtrennung mit der Schere.

Man geht davon aus, dass die sehr unterschiedlichen Ergebnisse aus Deutschland und den USA unter anderem mit dem Alter der Patientinnen zusammenhängen, in dem die Sterilisation durchgeführt wird. So sind in Amerika die Frauen zum Zeitpunkt des Eingriffes oft deutlich jünger als in Deutschland. Bei jungen Frauen ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die durchtrennten Eileiter wieder verbinden oder dass sich "neue Wege" bilden, höher als bei ihren älteren Frauen.
Nachgewiesen ist, dass die Sicherheit auch von der gewählten Methode der Sterilisation und von der Zahl bereits geborener Kinder abhängt. Auch wenn die Sterilisation im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft (nach der Geburt oder nach einer Fehlgeburt) durchgeführt wird, ist ihre Sicherheit verringert.

Welche Vorteile hat die Sterilisation?

Als großen Vorteil und Entlastung empfinden viele Frauen die Tatsache, dass sie nicht mehr an interner LinkVerhütung denken müssen. Es müssen keine Medikamente (Anti-Baby-Pille) eingenommen oder Fremdkörper (Spirale, Diaphragma, Kondom) in den Körper eingeführt werden.

Wenn die Sterilisation fachgerecht durchgeführt wird, ändert sich am Hormonhaushalt der Frau nichts. Der Menstruationszyklus läuft genau so ab wie vor der Sterilisation. Der Eisprung findet weiterhin statt, das Ei gelangt aber nun meist in die Bauchhöhle und wird dort resorbiert. Auch mögliche Beschwerden in den Wechseljahren treten erst im entsprechenden Alter auf.

Welche Nachteile gibt es?

Die Sterilisation kann im Allgemeinen nicht wieder rückgängig gemacht werden. Das bedeutet: Nach einer Sterilisation ist die Frau für den Rest ihres Lebens unfruchtbar.

Da immer ein operativer Eingriff notwenig ist, bestehen bei der Sterilisation allgemein bekannte Narkose- und Operationsrisiken. Sie treten allerdings nur selten auf. Kommt es nach einer Sterilisation zu einer Wiedervereinigung der Eileiter, besteht eine erhöhte Gefahr für das Auftreten einer Eileiterschwangerschaft.

Wer trägt die Kosten?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten bei einer durch Krankheit erforderlichen Sterilisation. Bei den privaten Krankenkassen wird die Kostenübernahme sehr unterschiedlich gehandhabt.