Abstrich (Papanicolaou-Abstrich, PAP)

Eine gynäkologische Routinemassnahme im Sinn von Krebsvorsorge ist der sogenannte Abstrich (auch Papanicolaou-Abstrich oder PAP-Abstrich genannt). Es wird aus der Region des Gebärmutterhalses (Portiooberfläche und Zervikalkanal) Abstrich entnommen, um dann im Labor die darin vorkommenden Zellen auf bösartige Veränderungen hin zu untersuchen. Der Abstrich wird von der Pathologie nach der Methode von Papanicolaou eingefärbt, um die Zellveränderungen im Mikroskop besser beurteilen zu können. Das Ergebnis dieser Untersuchung wird in fünf Hauptstufen eingeteilt:

PAP I

Normales Zellbild.

PAP II

Normales Zellbild, jedoch vermehrtes Vorkommen von Leukozyten und/oder Mikroorganismen. Unwesentliche Zellveränderungen.

PAP III
Untergruppe PAP IIID

Zweifelhafter Befund. Möglicherweise Zellveränderungen, die weiter untersucht werden müssen. Kontrolluntersuchung notwendig.

PAP IV
Untergruppen PAP IVa
und PAP IVb

Pathologische Zellveränderungen, Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs. Konisation notwendig. Dabei wird in Vollknarkose ein Gewebekegel aus dem Gebärmutterhals entnommen. Gebärmutter und Gebärfähigkeit bleiben dabei erhalten. Das gewonnenen Gewebe wird weiter untersucht. Die Konisation kann auch eine therapeutische Wirkung haben. Bei PAP IVb besteht ein Verdacht auf ein Mikrokarzinom.

PAP V

Eindeutig maligne (bösartige) Tumorzellen nachweisbar. Starker Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs. Chirurgischer Eingriff notwendig (Konisation oder Entfernung der Gebärmutter).

Empfohlenes Intervall für Vorsorge-Abstriche:

einmal pro Jahr; ab PAP II halbjährlich.
In den überwiegenden Fällen ist ein Virusbefall für die Entstehung von Veränderungen am Muttermund verantwortlich.
Es handelt sich dabei um Humane-Papilloma-Viren "HPV" (Nähere Informationen zu HPV-Infektionen erhalten Sie in unserem Kapitel Fragen und Antworten zu HPV).  
Ein positiver Befund - also gefundene Zellveränderungen - sollte nicht gleich beunruhigen oder gar schockieren. Erst eine Kontrolluntersuchung bzw. eine Prüfung des Feingewebes sichert oder widerlegt ein PAP-Test-Ergebnis. Gebärmutterhalskrebs hat grosse Heilungschancen.