Humane (= menschliche) Papillomaviren (HPV)

Was sind HPV Viren?

HPV steht für humane (= menschliche) Papillomaviren. Es gibt ca. 100 verschiedene Papillomavirenarten, auch Warzenviren genannt, aber nur wenige sind für den Menschen von Bedeutung:

  • Gutartige Papillomaviren kennen wir als Hautwarzen aus dem Kindesalter. Sie treten an den den Händen und den Fußsohlen auf. So schnell wie sie kommen können, sind sie meist auch wieder verschwunden.
  • Eine weitere gutartige Art, die allerdings äußerst lästig und unangenehm ist, verursacht die Genitalwarzen, auch Kondylome oder Feigwarzen genannt. Die Infektion erfolgt beim Sexualkontakt. Eine Behandlung ist meist erforderlich. Bei kleineren Warzen reicht eine Pinselungen aus, bei umfangreicherem Befall muss eine Laser- oder operative Entfernung vorgenommen werden.
  • Die dritte für den Menschen bedeutsame Art dieser Virengruppe wird auch als "high risk" HPV-Typ bezeichnet und geht mit einem erhöhten Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken einher.

Es sind mehr als 80 HPV-Typen bekannt, über 13 von ihnen gelten als Hochrisiko ("high risk")-Typen, darunter HPV-16 und HPV-18. Eine dauerhafte Infektion mit Papillomaviren vom high risk-Typ ist die Hauptursache von Gebärmutterhalskrebs.

Die Übertragung erfolgt ausschließlich sexuell.

Wie sehen Genitalwarzen aus?

Genitalwarzen sind Geschwülste, die an den äusseren Geschlechtsorganen (der Vulva), dem Penis und Skrotum, im oder um den Scheiden- oder Aftereingang, in der Harnröhre und am Harnröhreneingang, am Gebärmutterhals, sowie in der Leistengegend oder den Oberschenkeln erscheinen. Sie können erhaben oder flach, klein oder gross sein und einzeln oder zu mehreren auftreten. Manchmal treten viele auf der selben Stelle auf und bilden eine blumenkohlartige Formation 

Ist HPV ansteckend?

Die Viren werden sexuell übertragen. In den meisten Fällen bekämpft das körpereigene Abwehrsystem die Infektion innerhalb weniger Monate erfolgreich. Bei 80% der HPV-Infizierten ist nach einem Zeitraum von ca. 12 Monaten HPV nicht mehr nachweisbar. Dann besteht auch keine Ansteckungsgefahr mehr. Nach Abheilung einer Infektion ist der Körper gegen den entsprechenden HPV-Typ immun: Mit einem anderen Typus kann man sich aber sehr wohl wieder anstecken.

  • Die HPV-Infektion ist sehr häufig!
  • Die HPV bedingte Erkrankung sehr selten!

Kann ich mich vor der Infektion schützen?

Safer sex - Praktiken verringern das Risiko der Übertragung von Geschlechtskrakheiten, einschliesslich Warzen im Genitalbereich:

  • Bei Menschen mit vielen Sexualpartnern ist das Risiko grösser, mit Geschlechtskrankheiten infiziert zu werden.
  • Spermizide Schaumformulierungen, Cremes und Gels bieten keinen nachgewiesenen Schutz gegen HPV und Warzen im Genitalbereich, aber sie können gegenüber einigen anderen Geschlechtskrankheiten wirksam sein. Am besten werden sie zusammen mit Kondomen angewandt und nicht anstelle von Kondomen.
  • Kondome, die richtig von Anfang bis Ende jedes Geschlechtsaktes angewandt werden, bieten Schutz. Kondome sind bei allen neuen Sexualpartnern oder bei Zufallsbekanntschaften zu empfehlen.

Medikamentöse Therapie:

  • Es gibt heute medikamentöse Behandlungen, die die körpereigene Immunabwehr stärken. Sie haben den Vorteil, dass sie die eigentliche Urasche der Warzenbildung, nämlich die Virusinfektion bekämpfen. Dadurch wird ein Wiederauftreten der Warzen wirkungsvoll verhindert.
  • Das Medikament Interferon wird direkt in die Warze injiziert oder subkutan in die Bauch oder Oberschenkelhaut gespritzt.
  • Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Interferon systemisch (subkutan) zu verabreichen oder topisch als Gel nach der chirurgischen Entfernung mittels CO2-Laser oder Elektrokauter zur Rezidivprophylaxe auf die Haut zu applizieren.
  • Imiquimod, ein neues Arzneimittel, welches auch in der Schweiz erhältlich ist, wird vom Patienten selbst als Creme auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. Durch Verstärkung der körpereigenen Immunabwehr werden die Virusinfektion und die Warzen bekämpft, ohne das das Gewebe verletzt wird: eine Narbenbildung ist sehr selten.


Weitere Medikamente werden wie chirurgische Verfahren dazu benutzt, die sichtbaren Warzen im Genitalbereich zu entfernen.

  • Podophyllotoxin und Podophyllin sind chemische Verbindungen, die auf die Warzenoberfläche aufgebracht werden können. Podophyllotoxin kann vom Patienten selbst angewandt werden, während Podophyllin verhältnismässig stark ätzend ist und nur vom Arzt aufgetragen werden darf.
  • Trichloressigsäure (TCA) ist eine weitere chemische Verbindung, die ebenfalls vom Arzt auf die Warzenoberfläche aufgebracht werden kann. manchmal sind mehrere Anwendungen notwendig.

Operative Therapie:

  • Die Kältetherapie (Gefrierbehandlung der Warzen) ist in vielen Fällen eine erfolgreiche Behandlungsform. Sie entfernt die Warzen, erfordert aber in der Regel mehrere Arztbesuche.
  • Die Elektrokauterisation (Entfernung des infizierten Gewebes mit einer Schlinge unter Anwendung von Hitze) ist eine weitere Behandlungsmöglichkeit, die von manchen Ärzten angewandt wird.
  • Die Lasertherapie (Verwendung eines intensiven Lichts zur Zerstörung der Warzen) ist ein modernes Verfahren, das vor allem bei komplizierten Fällen verwendet wird.


Bei den vorgenannten Verfahren muss das zu behandelnde Hautareal zuvor örtlich betäubt werden. Hierzu wird ein Betäubungsmittel entweder in Form einer Creme oder als Injektion verabreicht.

Chirurgische Verfahren können dazu führen, das im behandelten Gebiet Narben entstehen.

Impfung:

geplante Zulassung im Jahr 2007 (siehe interner LinkImpfung gegen Gebärmutterhalskrebs)