Harninkontinenz

Nahezu ein Drittel aller Frauen leiden unter unfreiwilligem Harnverlust und den damit verbundenen Einschränkungen ihrer Lebensqualität. Trotz dieser hohen Prävalenzzahlen erfährt gut die Hälfte aller Frauen keine entsprechende Behandlung, sondern behilft sich mit Einlagen und anderen Hilfsmitteln. Diese Form der Inkontinenz wird als Stressharninkontinenz bezeichnet.

Eine zweite aber seltenere Form der Inkontinenz ist die Dranginkontinenz (Urge-Inkontinenz). Dabei kommt es durch ein nicht zu beeinflussendes Zusammenziehen des Blasenmuskels zum unfreiwilligen Urinverlust.

Häufig kommen Stress- und Drangharninkontinenz gemeinsam vor. Eine reine Drangharninkontinenz nimmt mit ungefähr drei Prozent nur eine untergeordnete Rolle bei der Entstehung von weiblicher Inkontinenz ein.

Was ist Stressharninkontinenz ?

Darunter versteht man den unwillkürlichem Harnabgang beim Husten, Niesen und Lachen, oder bei schnellen Bewegungen und manchmal auch schon beim Lagewechsel. Es ist ist die Verschlussfunktion der Harnblase gestört. Die Stressharninkontinenz kann durch eine angeborene Bindegewebsschwäche, aber auch auf andere Ursachen wie schwerer körperlicher Arbeit, Geburten, oder Übergewicht verursacht werden.

Was ist Dranginkontinenz ?

Bei der Dranginkontinenz liegt keine Störung des Verschlussmechanismus vor, sondern durch das willentlich nicht zu beeinflussende Zusammenziehen des Blasenmuskels kommt es zum Einnässen. Bereits eine geringe Füllung der Blase bewirkt einen starken und willentlich nicht zu unterdrückenden Harndrang.

Behandlung der Stressharninkontinenz

Medikamentöse Therapieoptionen für die Behandlung der Stressharninkontinenz sind noch nicht verfügbar. Neuere klinische Untersuchungen mit dem Wirkstoff Duloxetin weisen darauf hin, dass diese Substanz die Symptome einer Stressharninkontinenz signifikant verbessern kann.

In leichteren Fällen der Harninkontinenz reicht oft eine krankengymnastische Übungsbehandlung des Beckenbodens aus, bei einem Hormonmangel kann auch eine Hormonersatztherapie zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden führen. Im Einzelfall kann es sinnvoll sein, diese Therapien zusätzlich zu einer Operation einzusetzen. Bei schweren Inkontinenzformen bringt in der Regel nur die Operation (Anlegen eines Kunststoffbandes unter der Harnröhre) Aussicht auf Heilung. Zur genauen Diagnose sollte vor der Operation eine urodynamische Untersuchung durchgeführt werden.

Normalerweise wird die Harnröhre mit kräftigen körpereigenen Bändern in ihrer Position festgehalten. Bei der Stressharninkontinenz ist die Verschlussfunktion der Blase gestört. Die Verankerung der Harnröhre am Schambein ist nicht mehr stabil ist.

Ein operativ in Narkose eingelegter Kunststoffband befestigt die Bänder. Wenn eine zusätzliche Senkung vorliegt, so wird im Zuge der Operation auch die Senkung der Scheide korrigiert.

Behandlung Dranginkontinenz

Behandlung mit Medikamenten, welche die Überaktivität der Blasenmuskulatur bzw. der Blasenverschlußmuskeln dämpfen. Dadurch erhöht sich die Blasenkapazität und die Blase kann wirklich voll werden, bevor der Drang zum Wasserlassen entsteht.

Blasentraining ist vom Vorteil um eine Vergrößerung des Füllungsvolumens der Blase zu erreichen.