Endometriose

Endometriose
Endometrioseherde im kleinen Becken

Ätiologie

Als Endometriose wird das Vorkommen der Gebärmutterschleimhaut an abnormen Stellen wie Eierstöcke, Eileiter, Bauchfell und sogar am Darm bezeichnet. Ursächlich wird über retrograde Menstruation (über die Eileiter in den Bauchraum), Stress sogar Immundefizit diskutiert.

Diagnostik

Sie ist eine häufige Erkrankung der weiblichen Organe mit unterschiedlicher Ausprägung. Das Leitsymptom ist der Schmerz während der Menstruation. Wenn eine ausgeprägte Endometriose zu Verwachsungen im kleinen Becken geführt hat, können die Schmerzen auch außerhalb der Periode auftreten.

Die Sonografie, die das beste Diagnostikum des weiblichen Beckens bildet, kann nur bei endometriosebedingten zystischen Veränderungen brauchbare Ergebnisse liefern. Bei diffuser Verteilung der Herde erfolgt die gesicherte Diagnostik über eine Bauchspiegelung. Die Diagnostik, d.h ob man eine Bauchspiegelung in Kauf nimmt oder nicht, hängt erstens von den Beschwerden der Patientin und zweitens von ihrem eventuellem Kinderwunsch ab. Da man in der selben Sitzung nicht nur die Diagnostik, sondern auch die operative Therapie durchführen kann ist eine Bauchspiegelung Fällen gerechtfertigt.

Behandlung

Die Haupttherapie der Endometriose ist die Operative. Eine zweite Möglichkeit bildet die konservative Therapie mittels GnRH-Analoga. Dabei handelt es sich um ein Depotpräparat, das monatlich intramuskulär gespritzt wird. In der Folge  kommt es zu einer Unterdrückung der Funktion der Eierstöcke. Dadurch entsteht ein Östrogenmangel, welcher sich günstig auf die Endometrioseherde auswirkt. Diese Therapie führt aber nicht zum Verschwinden der Endometriose. Man kann mit einer Verbesserung und Rückbildung von ca. 30% rechnen. Daher wird in schweren Fällen und bei Patientinnen mit Kinderwunsch die konservative Therapie ergänzend nach der operativen Therapie durchgeführt.

Bei Patientinnen mit Kinderwunsch sollte diese kombinierte Therapie großzügiger durchgeführt werden. Damit kann das Fortschreiten der Endometriose, welche zur Herabsetzung der Hormonproduktion und zur Verklebung der Eileiter führen kann, am ehesten vermieden werden.

Die medikamentöse Behandlung kann als Nebenwirkung die üblichen Wechseljahrebeschwerden wie Hitzewallungen und depressive Verstimmungen verursachen. Ganz wesentlich und limitierend für die Behandlungsdauer ist der negative Einfluß auf den Knochenstoffwechsel. Deshalb werden Therapien über einen längeren Zeitraum als 6 Monat kaum durchgeführt. Dabei können den unter GnRH-Medikamenten stehenden Frauen mit östrogenhaltigen Wechseljahrespräparaten (Pflaster oder Tabletten) eine Linderung der erwähnten Nebenwirkungen geholfen werden.

Es sei ausdrücklich betont, dass die Effektivität der Behandlung von der Qualität der Operation, bei der meistens alle Endometrioseherde abgetragen werden können, abhängt. Es muss jedoch erwähnt werden, selbst die beste Operation ist keine Garantie für das Stoppen der Erkrankung.