Eierstockzysten

Zysten sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume im Eierstock. Sie sind vom Epithel d.h Oberflächengewebe, ausgekleidet und von einer Kapsel aus Bindegewebe umgeben. Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind Sie in der Regel harmlos und gutartig. Der flüssige Inhalt der Zyste ist oft mit Gewebeanteilen vermischt und besteht aus Gewebeflüssigkeit, Blut und einem schleimigen Sekret .

Am häufigsten finden sich sogenannte funktionelle Zysten. Sie können bis zu 8 cm  groß werden und bilden sich meist innerhalb von zwei Monaten zurück. Ein Großteil dieser funktionellen Zysten entsteht, wenn Eibläschen, welche jedes Monat heranwachsen, zum Zeitpunkt des Eisprunges nicht platzten oder wenn sich Gelbkörperzysten, die in der zweiten Zyklushälfte eine Rolle spielen, nicht wie üblich zurückbilden.

Eine zweite Gruppe bilden die nict funktionellen Zysten, genannt auch “ komplizierte Zysten“ oder Eierstocktumore (solide Veränderungen). Sie sind selten bösartig. Sie bilden sich jedoch spontan nicht zurück und müssen daher operativ entfernt werden. Am häufigsten wird das Dermoid und das Zystadenom gefunden. Das Dermoid ist ein Tumor, der auch "Zwilling" genannt wird und in dem neben Haaren auch Knochen "Zähne" oder Knorpel gefunden werden können. Das Zystadenom ist ein gutartiger Tumor, der von der Oberfläche des Eierstockes ausgeht. Eine besondere und sehr häufige Form bilden die Endometriosezysten. Dabei handelt es sich um die ortsfremde Ansammlung der Gebärmutterschleimhaut in den Eierstöcken.

Mit zunehmendem Alter der Patientin steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich hinter Eierstockzysten/-tumoren bösartige Veränderungen verbergen. Betroffen davon sind meist Frauen jenseits des 40. Lebensjahres. Eierstockzysten/-tumore in Frauen nach dem Wechsel sind viel häufiger bösartig als in Frauen im gebärfähigen Alter.


Vielfach werden Eierstockzysten/-tumore, die keinerlei Beschwerden verursachen, im Rahmen der gynäkologischen Routineuntersuchung mittels Ultraschall festgestellt. Eierstockzysten/-tumore können aber auch Symptome machen und so entdeckt werden. Die Symptome sind meist eher unspezifisch wie die Zunahme des Bauchumfanges, leichte Unterbauchschmerzen, Druckgefühl im Unterbauch, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dysparenuie),  und Zwischenblutungen (Metrorrhagien). Es sind manchmal aber auch akute Unterbauchschmerzen, die zur Diagnose von Eierstockzysten/-tumoren führen. Verursacht werden diese akuten Beschwerden zum Beispiel durch Einblutungen und Platzen von Gelbkörperzysten, meistens in der Woche vor der nächsten Regelblutung und häufig nach Geschlechtsverkehr.



Sonografische Diagnostik der Eierstockzysten

Gelbkörperzyste des Eierstockes
Gelbkörperzyste des Eierstockes
Cystadenom des Eierstockes
Cystadenom des Eierstockes
Endometriosezyte
Endometriosezyte

Die Rolle des Ultraschalls in der Abklärung der Ovarialtumoren

Faktum ist, dass ca. 20% aller Operationen an den Eierstöcken nicht angezeigt sind und aus einer nicht näher begründeten "Krebsangst" entstehen. Die Abklärung der Ovarialzysten mittels Ultraschall ermöglicht neben der morphologischen Beurteilung der Zysten auch die Diagnostik der Durchblutung der Zsyte. Die Durchblutung kann mittels Dopplerultraschall diagnostiziert werden. Eine nicht durchblutete  Zyste kann nie ein Krebs sein. Die interner Link4-D Sonografie, deren Einsatz in der Bevölkerung eher in der vorgeburtlichen Diagnostik bekannt ist, spielt bei der Beurteilung der Eierstockzysten und der Blutungsanomalien eine größere Rolle als in der vorgeburtlichen Diagnostik. Nämlich, Eierstöcke können in mehreren Schnitten untersucht werden und die Durchblutung der Neubildungen genauer verifiziert werden. Dies ermöglicht eine diagnostische Sicherheit, die in der Folge zur Abnahme der unnnötigen Operationen und Bauchschnitte führt. Es können mehrere Patientinnen mit diesen Problemen endoskopisch (Schlüssellochchirurgie) behandelt werden. Entfernung des Eiersockes kann in vielen Fällen vermieden werden.

Behandlung

Ist einmal die Entscheidung gefallen, eine Operation durchzuführen, ist in fast allen Fällen die Laparoskopie die Methode der Wahl. Im Rahmen einer laparoskopischen Operation können Eierstockzysten/-tumore aus dem Eierstock ausgeschält und der Eistock selbst erhalten werden, oder es kann der ganze Eierstock entfernt werden. Welches Vorgehen gewählt wird, hängt vom Ultraschallbefund, von der Erfahrung des Operateurs und dem Wunsch der Patientin ab. In den meisten Fällen ist es jedoch angezeigt, das entfernte Gewebe noch während der Operation zur Schnellschnittuntersuchung zu schicken.

Bei Patientinnen, welche immer wieder funktionelle Eierstockzysten entwickeln, kann durch die Einnahme der interner LinkPille vorgebeugt werden .

Zyste nach laparoskopischer Ausschälung einer Dermoidzyste aus dem Eierstock (noch nicht entfernt)
Zyste nach laparoskopischer Ausschälung einer Dermoidzyste aus dem Eierstock (noch nicht entfernt)
Endsitus nach Entfernung der Dermoidzyste und Versorgung des rechten Eierstockes.
Endsitus nach Entfernung der Dermoidzyste und Versorgung des rechten Eierstockes.