Wiederholte Fehlgeburt (Abortus Habitualis)

Von einem habituellen oder wiederholten Abort spricht man, wenn bei einer Frau mindestens drei Fehlgeburten stattgefunden haben.

Dies ist sehr selten und kommt nur bei ca. 1% aller schwangeren Frauen vor. Nach drei Aborten wird eine Abklärung empfohlen.

Mögliche Ursachen

Untersuchung der Gebärmutter

Verwachsungen (Aschermann-Syndrom), Schleimhautpolypen können die Einnistung eines Embryos verhindern. Auch Fehlbildungen der Gebärmutter (z.B Uterus mit Scheidewand) können die Einnistung negativ beeinflussen. Mit Hilfe von Ultraschall und einer Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) können all diese Anomalien erkannt und behandelt werden. Bei dieser Untersuchung wird eine Kamera durch die Scheide in die Gebärmutterhöhle eingeführt.

Genetische Abklärung

Genetische Auffälligkeiten sowohl bei der Frau als auch beim Mann sind bei ca. 4% der Paare zu finden, welche von wiederholten Aborten betroffen sind. Am häufigsten sind dies sogenannte „Translokationen“, eine „Verlagerung“ von genetischer Information innerhalb eines Chromosomenpaares. Dies kann sowohl bei der Frau als auch beim Mann vorliegen. Die Betroffenen sind gesund. Es kann jedoch zu wiederholten Fehlgeburten kommen.
Eine humangenetische Beratung über die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Abortes ist sinnvoll. Wird die Frau schwanger, sollte auch eine Pränataldiagnostik, z.B Chorionbiopsie oder Fruchtwasseruntersuchung, empfohlen werden.

Hormonanalysen

Bei Frauen mit wiederholten Fehlgeburten sind bestimmte hormonelle Störungen beschrieben, etwa ein Mangel an Progesteron (Gelbkörperhormon ) in der 2. Zyklushälfte. Eine Hormonbestimmung am 3. Zyklustag gehört daher zu jeder Abortdiagnostik. Diese umfasst nicht nur die Bestimmung der Werte der Sexualhormone, sondern auch eine Kontrolle der Schilddrüsenfunktion.

Kontrolle der Blutgerinnung

Störungen der Blutgerinnung, genauer gesagt eine erhöhte Gerinnungsbereitschaft des Blutes, kann ebenfalls eine Fehlgeburt  auslösen. Mit einer  Blutuntersuchung kann die Funktion verschiedener Gerinnungsfaktoren überprüft werden. Wenn man eine Störung entdeckt, wird den betroffenen Frauen geraten, während der Schwangerschaft Medikamente für die Blutverdünnung zu spritzen.

Suche nach speziellen Antikörpern

Man hat beobachtet, dass. 20% aller Frauen mit habituellem Abort, am „Antiphospholipid-Syndrom“ leiden. Bei diesen Frauen lassen sich bestimmte Antikörper im Blut  finden, die gesunde Entwicklung der Schwangerschaft stören.  Auch in diesem Fall rät man den Frauen Medikamente für die Blutverdünnung zu spritzen.

Infektionen

Infektionen können in der Schwangerschaft  zu vorzeitigen Wehen führen und somit eine Frühgeburt auslösen.

 

Bei nur etwa 50% der Paare wird ein Grund für die wiederholten Fehlgeburten gefunden. 75% der Frauen mit habituellem Abort bringen ein gesundes Kind zur Welt.