Pränatale Ultraschalldiagnostik

Als pränatale Diagnostik bezeichnet man kindliche Untersuchungen in der Schwangerschaft. Es können folgende Ultraschalluntersuchungen zusätzlich zum Mutter-Kind Pass durchgeführt werden.

I. Ersttrimesterscreening

Unter dem sogenannten Ersttrimenon- oder Ersttrimesterscreening versteht man eine Reihe von Untersuchungen, die dazu dienen, bereits in der Frühschwangerschaft Chromosomenanomalien wie z. B. Down-Syndrom und/oder Organanomalien, wie Herzfehler zu diagnostizieren. Dabei können die Ergebnisse einer speziellen Ultraschalluntersuchung (NACKENFALTE), das Altersrisiko der werdenden Mutter und eine Blutuntersuchung (COMBINED-TEST) in die Risikoberechnung miteinbezogen.

II. Organscreening

Das Organ-Screening ist eine spezielle Ultraschall-Methode, mit der Fehlbildungen an Organen frühzeitig erkannt werden. Insbesondere, das bei herkömmlichen Ultraschalluntersuchungen oft vernachlässigte Herz, wird beim Organ Screening sehr detailliert untersucht. Diese Untersuchung setzt eine besondere Ultraschall-Erfahrung des Untersuchers voraus.

Die deutlichsten Ergebnisse des Organ-Screenings zeigen sich zwischen der 20. und 22. Schwangerschaftswoche.

Vorteile

90 Prozent aller schweren strukturellen Fehlbildungen werden durch diese Ultraschalluntersuchung erkannt. Da eine Reihe von Fehlbildungen (z. B. Herzfehler) als gut behandelbar gilt, kann man schon während der Schwangerschaft optimale Bedingungen für die Geburt schaffen.

Konsequenzen

Wenn eine Auffälligkeit an einem Organ entdeckt, ist diese Untersuchung oft nur der erste Schritt, eine genaue Diagnose zu erstellen. Auch wenn das Ergebnis einer Untersuchung in der Frühschwangerschaft unauffällig war, muss dann in einigen Fällen eine weitere diagnostische Abklärung (Amniozentese) besprochen werden. Die Durchführung einer Fruchtwasserpunktion ist deshalb indiziert, weil einigen Organfehlbildungen chromosomale Störungen zugrunde liegen.
Eine Reihe von Organfehlbildungen können durch eine rechtzeitige Diagnose schon während der Schwangerschaft behandelt werden, sogar eine Operation im Mutterleib ist heute schon möglich (z.B. Harnröhrenverschluss, Zwerchfellhernie). In bestimmten Fällen wird die Entbindung per Kaiserschnitt angestrebt. Bei Herzfehlbildungen ist eine Entbindung an einem Perinatalzentrum mit angeschlossener Kinderkardiologie sinnvoll. Die meisten Fehlbildungen können postnatal durch eine Operation korrigiert werden. Je früher eine schwere Fehlbildung in der Schwangerschaft durch Ultraschall erkannt wird, desto besser sind die Voraussetzungen für eine Operation kurz nach der Geburt.
Nur manche Defekte sind derart massiv, dass ein Schwangerschaftsabbruch in Erwägung gezogen werden sollte (Kombination von mehreren Fehlbildungen wie Herzfehler, Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte, Fehlbildung an den Extremitäten).

Wirbelsäule und Rippen
Nackenfalte, 13. SSW
3-dimensionale Darstellung des fetalen Gehirns

III. 3D-4D Bilder

4D Foto in der 25. SSW

Diese haben keine medizinische Bedeutung. Können mit einem 3-4D Gerät in der 22-28 SSW gemacht werden und der werdenden Mutter viel Freude bereiten.