Medikamente in der Schwangerschaft

Medikamente in der Schwangerschaft sind immer mit einem bestimmten Risiko verbunden, das jedoch in vielen Fällen kalkulierbar ist, wenn einige Grundregeln befolgt werden.

Da bei den Schwangeren keine Studien durcgeführt werden dürfen, gibt es so gut wie keine wissenschaftlichen Studien zum Thema Medikamente in der Schwangerschaft.

Spätestens seit der Contergan-Katastrophe Anfang der 60er Jahre ist es bekannt, dass die Einnahme von Medikamenten sich auf das ungeborene Kind auswirken kann. Es ist jedoch manchmal unumgänglich ist, bestehenden Erkrankungen wie Diabetes, Asthma, Epilepsie oder Herz-Kreislauferkrankungen auch in der Schwangerschaft fortzusetzen. Wichtig ist, dass vor der geplanten Schwangerschaft der Arzt über die Schwangerschaft informiert wird.

Besonders kritisch ist die Einnahme von Medikamenten in der Embryonalzeit ( zwischen der 3. und 12. Schwangerschaftswoche). In dieser Zeit entstehen die einzelnen Organe des Kindes.

Wurden Medikamente eingenommen, so sollte eine erweiterte sonografische Fehlbildungsdiagnostik erfolgen. Die Indikation zum Schwangerschaftsabbruch ist nur individuell und nach erweiterter teratologischer Beratung zu stellen, etwa nach Einnahme von Thalidomid, Retinoiden, Radiopharmaka, Zytostatika, Kumarinderivaten.

Entscheidungsprinzipien

Prinzipielle Fragen müssen vor jeder Medikamentengabe in der Schwangerschaft 2 Fragen gestellt werden:

  1. Ist das Medikament unbedingt notwendig?
    Man kann mit einer Therapie bei geplanter Schwangerschaft rechtzeitig aufhören. z.B ist eine Marcumartherapie oft nicht nur vorübergehend notwendig.
  2. Muss die Dosis der bestehenden Medikation angepasst werden?
    Bei Diabetikern muss die Insulindosis erhöht werden. Bei Epilepsiepatientinnen sollte die Therapie auf Monotherapie umgestellt werden.

Antibiotika

Es gibt zahlreiche Präparate, die auch während der Schwangerschaft eingenommen werden dürfen.
Mittel der ersten Wahl sind Penicilline, Cephalosporine und Makrolid-Antibiotika.

Der Einsatz von Amoxicillin scheint ebenfalls als unbedenklich zu sein. Die Gabe von Metronidazol im 1. Trimenon ist kontraindiziert.  Die Verabreichung von Aminoglykosiden, Gyrasehemmern, Chloramphenicol, Tetrazyklinen und Sulfonamiden während der gesamten Schwangerschaft kontraindiziert.

Analgetische Therapie

Für Analgetika mit schwacher bis mittelstarker Wirkung gilt:

  • Erste Wahl: Paracetamol
  • Zweite Wahl: Azetylsalizylsäure

Asthma bronchiale

  •  Erste Wahl: inhalative Glukokortikoide 

Antidepressiva

  •  Erste Wahl:  Amitriptylin und Doxepin
  • Zweite Wahl: Paroxetin