Gestose

Gestose bedeutet eigentlich „gestörte Schwangerschaft“. Man unterscheidet zwischen „Frühgestose“ und „Spätgestose“. Mit Frühgestose ist nämlich eine Schwangerschaftskomplikation gemeint, die auch als unstillbares Erbrechen bezeichnet wird. Es tritt am in der Frühschwangerschaft auf und erfordert eine rasche Behandlung. Die Ursache liegt in der Zunahme der schwangerschatspezifischen Hormone. Im Allgemeinen geht’s dabei um eine für die werdende Mutter unangenehmen jedoch ungefährlichen Zustand, der nach der 13.SSW sich wieder normalisiert.

Die Gestose, hat viele Namen. Darunter fällt auch die Bezeichnung „Spätgestose“, weil sie eben zu einem späteren Zeitpunkt der Schwangerschaft auftritt, oder auch Schwangerschaftvergiftung.

Die kardinalen Symptome der Erkrankung sind: Ödeme bzw. Wassereinlagerungen im Gewebe, Proteinurie bzw. Eiweißausscheidung im Urin und Hypertonie bzw. Bluthochdruck.

Die Erkrankung wird in Fachkreisen auch als Präeklampsie bezeichnet, die Symptome sind ein zu hoher Blutdruck (über 140/90 mmHg) und zu viel Eiweiß im Urin (mehr als 300 mg/24 Stunden). Ödeme werden nach wie vor als ernstzunehmender Hinweis auf eine mögliche Präeklampsie betrachtet.

In manchen Fällen kommt es zu einer Plazentainsuffizienz, das ist eine verminderte Durchblutung der Plazenta, was zu einer verzögerten Entwicklung des ungeborenen Kindes führen kann. Auch vorzeitige Plazentalösungen oder Infarkte in der Plazenta, wodurch die betroffenen Bezirke ihre Funktion einbüßen, gehören zum Krankheitsbild Präeklampsie mit Plazentainsuffizienz. Daher sind bei diesen Patientinenen engmaschigere Ultraschallkontrollen notwendig. Bedingt durch die Plazentainsuffizienz sind die Kinder oft untergewichtig. Um diese Schwangerschaften ausreichend betreuen zu können, muss die Blutversorgung des Kindes engmaschig mit dem Dopplerultraschall kontrolliert werden.

Von Präeklampsie sind ungefähr fünf bis zehn Prozent aller Schwangerschaften betroffen. 30-50% aller Frühgeburten werden durch Präeklampsie ausgelöst, da bei schweren Verläufen der Erkrankung oft nur die (vorzeitige) Entbindung das Leben von Mutter und Kind retten kann. Die Erkrankung tritt meistens erst in der zweiten Schwangerschaftshälfte auf, am häufigsten im letzten Schwangerschaftsdrittel. Das Wiederholungsrisiko ist umso höher, je früher die Präeklampsie in der vorhergegangenen Schwangerschaft aufgetreten ist und je schneller und schwerer der Verlauf war.

Die Patientinnen mit interner LinkSchwangerschaftszucker und starker Gewichtszunahme in der Schwangerschaft und Patientinnen mit vorbesteheden Blutdruck und/oder Nierenerkrankungen bilden die Risikogruppe für Gestose.

Die genauen Ursache der Gestose ist nicht genau bekannt. Es werden immunolgische Veränderungen des mütterlichen Organismus dafür verantwortlich gemacht.